Wenn Sie als kleines Unternehmen ein Webdesign-Angebot einholen, bekommen Sie meistens eines von zwei Modellen vorgeschlagen: Stundensatz oder Festpreis. Die Wahl klingt erst einmal technisch, hat aber massive Auswirkungen darauf, was Ihre Website am Ende kostet, wie planbar das Projekt ist und wie viel Stress es verursacht. Hier kommt die ehrliche Aufstellung — ohne Marketing-Drall.
Wie funktioniert ein Stundensatz-Modell?
Beim Stundensatz rechnet der Anbieter jede gearbeitete Stunde einzeln ab. Üblich sind im deutschen Markt Sätze zwischen 60 und 150 Euro pro Stunde, je nach Region, Erfahrung und Spezialisierung. Der Anbieter notiert Stunden, schickt Ihnen am Monatsende eine Rechnung — und Sie zahlen das, was angefallen ist.
Der Vorteil aus Anbietersicht ist klar: Was länger dauert, wird länger abgerechnet. Mehraufwand führt zu Mehrumsatz. Das ist nicht zwangsläufig unfair, aber es bedeutet, dass der Anbieter wenig Eigeninteresse hat, schnell und effizient zu arbeiten. Der Vorteil aus Kundensicht ist überschaubar — er liegt vor allem in Projekten mit unklarem Scope, bei denen niemand vorher sagen kann, wie viel Arbeit anfallen wird.
Wie funktioniert ein Festpreis-Modell?
Beim Festpreis legt der Anbieter vor dem Auftrag fest, was er für welchen Preis liefert. Sie wissen vorher, was Sie bekommen. Sie wissen vorher, was Sie zahlen. Wenn der Anbieter sich verkalkuliert hat, ist das sein Risiko — nicht Ihres.
Damit das funktioniert, muss der Lieferumfang vorher klar definiert sein. Bei uns passiert das im Briefing-Gespräch und wird schriftlich festgehalten. Wenn Sie nach dem Auftrag merken, dass Sie zusätzlich eine Funktion brauchen, die nicht im Festpreis enthalten ist, machen wir ein separates Festpreis-Angebot dafür — und Sie entscheiden, ob Sie es beauftragen.
Wo Festpreis seine Stärken ausspielt
Festpreise sind die richtige Wahl, wenn der Projektumfang vorher klar abgrenzbar ist. Bei einer typischen KMU-Website ist das der Fall: Anzahl der Seiten, Kernfunktionen, Hosting-Anforderungen — alles lässt sich vor dem Start sauber definieren.
Drei konkrete Vorteile für KMU:
- Planungssicherheit: Sie wissen vorher, was die Website kostet, und können das Budget eindeutig zuordnen
- Klare Verantwortlichkeit: Mehraufwand geht zu Lasten des Anbieters, nicht Ihres Budgets
- Schnelleres Arbeiten: Der Anbieter hat ein Eigeninteresse, effizient zu liefern
Für KMU mit fester Budgetplanung ist das fast immer die bessere Wahl.
Wo Stundensatz manchmal sinnvoller ist (selten bei KMU)
Stundensatz-Modelle haben ihre Berechtigung in zwei Szenarien: bei Forschungs- und Experimentierprojekten, bei denen niemand vorher den Aufwand abschätzen kann, und bei langfristigen Wartungs-Verträgen ohne klar abgrenzbaren Scope.
Beides trifft auf eine typische KMU-Website nicht zu. Eine Firmenwebsite ist kein Forschungsprojekt — der Lieferumfang ist klar abgrenzbar. Und langfristige Wartung wird besser über monatliche Festpreise (Hosting-Pakete) gelöst als über offene Stundenabrechnungen.
Welche Fragen Sie vor Auftragsannahme klären sollten
Egal welches Modell — bevor Sie unterschreiben, sollten Sie diese fünf Punkte schriftlich haben:
- Was ist im Preis enthalten? (Liste mit allen Komponenten)
- Was ist NICHT enthalten? (z.B. Texte, Bilder, Domain)
- Was kostet eine Korrekturschleife extra?
- Was passiert, wenn das Projekt länger dauert als geplant?
- Wie wird laufende Pflege nach Live-Gang abgerechnet?
Wenn ein Anbieter auf eine dieser Fragen ausweicht oder nur mündliche Zusagen gibt, ist das ein Warnsignal. Schriftlich heißt schriftlich — egal ob im Angebot oder in einem ergänzenden Vertrag.
Unsere Empfehlung für KMU
Wir empfehlen für KMU in 95 Prozent der Fälle den Festpreis. Die Ausnahme sind hochkomplexe Sonderprojekte mit unklarem Scope — und die kommen bei Firmenwebsites praktisch nie vor.
Unsere drei Pakete (400 / 800 / 1.200 Euro) decken die Bandbreite ab, die ein KMU realistisch braucht: vom schlanken Solo-Auftritt bis zur ausgebauten Firmenwebsite mit Unterseiten und Blog. Jedes Paket hat einen klar definierten Lieferumfang, ein verbindliches Lieferdatum und keinen versteckten Stundensatz. Wenn Sie mehr brauchen, machen wir ein separates Festpreis-Angebot — keine offenen Stunden, keine Überraschungen.
Wer als KMU plant und Sicherheit braucht, fährt mit Festpreis besser. Wer „mal schauen" will und ein offenes Experimentier-Budget hat, kann auch mit Stundensätzen arbeiten — sollte aber wissen, was er sich damit einkauft.